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Vokativ im Tschechischen - ein Sonderfall

Donnerstag, 16. 2. 2006| Radim Sochorek| Dauerlink | Kategorie: Welt der Sprachen
Radim Sochorek
Während andere slawische Sprachen (Slowakisch und Polnisch inbegriffen) mit 6 grammatischen Kasus auskommen, kennt die tschechische Sprache zusätzlich den Vokativ - 5. Fall, der eine Anrede kennzeichnet.

Aus Nominativ wird Vokativ
Im Internet steht ein "Kasusübersetzer" zur Verfügung. Nach der Eingabe des Namens im Nominativ wird dieser in die Vokativform übertragen.

In anderen Sprachen wird die Anredeform mit einem Nominativ ausgedrückt, im Tschechischen gilt dies dagegen als familiär oder pejorativ, und in formellen Texten als unkultiviert. Dennoch werden Tag für Tag - auch behördliche - Briefe verschickt, welche die Person mit Nominativ ansprechen: Vážený pane Novák! (Sehr geehrter Herr Novák!). Bei der Erfassung von Datenbanken für Serienbriefe wird immer häufiger an dieses Problem gedacht, und die Familiennamen werden gleich in der Vokativform mit erfasst.

Vergleich der Formen: Nominativ - Vokativ

pan - pane (Herr)
paní - paní (Frau)
pøedseda - pøedsedo (Vorsitzender)
pøedsedkynì - pøedsedkynì (Vorsitzende)
prezident - prezidente (Präsident)
prezidentka - prezidentko (Präsidentin)
soudce - soudèe (Richter)
soudkynì - soudkynì (Richterin)

Novák - Nováku (Nachname männlich)
Nováková - Nováková (Nachname weiblich)
Adam - Adame
Eva - Evo
Petr - Petøe (Peter)
Hana - Hano (Hanna)
Honza - Honzo (Hans)
Marie - Marie
Lukáš - Lukáši (Lukas)



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