Badenische Sprachenverordnungen spalteten Österreich
Mittwoch, 5. 4. 2006| Radim Sochorek| Dauerlink | Kategorie: Welt der Sprachen
Radim Sochorek
Am 5. April 1897, also vor 109 Jahren, hat der österreichische Ministerpräsident in der damaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie, gebürtiger Pole Kasimir Graf Badeni, mit dem Erlass von Sprachenverordnungen für Böhmen und Mähren den langwierigen Nationalitätenkonflikt im Vielvölkerstaat zu lösen versucht: Das Tschechische sollte im Amtsgebrauch in Böhmen und Mähren dem Deutschen gleichgestellt werden.
Da aber diese Anordnung auch in rein deutschsprachigen geschlossenen Siedlungsgebieten gelten sollte, hätte es für viele deutschsprachige Beamten praktisch bedeutet, dass sie durch zwei Sprachen beherrschende tschechische Beamte hätten ersetzt werden müssen. Die österreichischen Deutschen aus allen politischen Lagern haben auf den Erlass empört reagiert. Nach Demonstrationen, Ausschreitungen, Obstruktionen von Parlamentssitzungen und dem Sturz der Regierung am 28. November 1897 wurden die Anordnungen gemildert und am 14. Oktober 1899 endgültig zurückgenommen.
Graf Badeni, österreichischer Ministerpräsident 1895-97:
Opfer seines Reformversuches
Da aber diese Anordnung auch in rein deutschsprachigen geschlossenen Siedlungsgebieten gelten sollte, hätte es für viele deutschsprachige Beamten praktisch bedeutet, dass sie durch zwei Sprachen beherrschende tschechische Beamte hätten ersetzt werden müssen. Die österreichischen Deutschen aus allen politischen Lagern haben auf den Erlass empört reagiert. Nach Demonstrationen, Ausschreitungen, Obstruktionen von Parlamentssitzungen und dem Sturz der Regierung am 28. November 1897 wurden die Anordnungen gemildert und am 14. Oktober 1899 endgültig zurückgenommen.
Graf Badeni, österreichischer Ministerpräsident 1895-97:
Opfer seines Reformversuches
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