Demonstration für die galicische Sprache
Dienstag, 20. 10. 2009| Radim Sochorek| Dauerlink | Kategorie: Welt der Sprachen
Radim Sochorek
Am Sonntag demonstrierten 50.000 Galicier in Santiago de Compostela, der Hauptstadt der spanischen autonomen Provinz Galicien, für die Erhaltung des Rechts auf den Schulunterricht von mindestens 50 % der Fächer in galicischer Sprache, und gegen die föderale Sprachpolitik der regierenden Konservativen.
Die Regierung begrenzte die Mittel für literarische Übersetzungen aus den internationalen Sprachen ins Galicische und hob die Pflicht der Beherrschung der galicischen Sprache für die Beschäftigung im öffentlichen Dienst auf.
Das Ziel der Sprachpolitik der autonomen Regierung ist die Förderung der galicischen Nationalsprache, des Spanischen als Amtssprache und des Englischunterrichts an den Schulen. Die Anzahl der Galicischsprecher geht seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts zurück, weil viele Eltern beschlossen haben, ihre Kinder in Spanisch zu erziehen.
Die Forderungen der Demonstranten sollen im Weiteren mit einer Petition und einer nächsten Demonstration Anfang des nächsten Jahres unterstützt werden.
Die Regierung begrenzte die Mittel für literarische Übersetzungen aus den internationalen Sprachen ins Galicische und hob die Pflicht der Beherrschung der galicischen Sprache für die Beschäftigung im öffentlichen Dienst auf.
Galicisch – Grundfakten
- ISO 639-1: gl
- romanische Sprache, nah verwandt mit der Nachbarsprache Portugiesisch (Dialektkontinuum)
- 3,2 Mio. Sprecher: autonomes Gebiet Galicien in Spanien – Stellung der regionalen Amtssprache, Portugal (Norden der Provinz Trás-os-Montes)
- 90 % Galicier verstehen die Sprache, 60 % benutzen die aktiv
- EU-Vertragssprache
- Vereinheitlichung der Rechtschreibung 1982, Anpassung der spanischen, ein Teil der Öffentlichkeit verwendet die portugiesische Schreibweise
- Fernsehen, Rundfunk und Presse entweder nur in Galicisch oder zweisprachig mit Spanisch
- direkter Nachfolger des Lateinischen in Galicien
- geografische Isolation der Grafschaft Galicien vom Rest der Iberischen Halbinsel, 14.–16. Jh. Hispanisierung der Kirche, Adligen und Gerichte
- 20er Jahre des 16. Jh.–19. Jh. (Wiedergeburt) verschwindet geschriebenes Galicisch
- 1863 erster gedruckter Text, seitdem Anstieg de Buchproduktion, Höhepunkt in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts
- Franco, selber aus Galicien, verbot nach dem Bürgerkrieg 1939 die Sprachen der heutigen autonomen Gebiete im amtlichen Verkehr, als Literatursprache Galicisch weiterhin erlaubt
- 1975 an der Universität in Santiago de Compostela Lehrstuhl für Galicisch eröffnet, Gründung der Anstalt für galicische Sprache
- in der Demokratie Gleichstellung mit dem Spanischen
- ISO 639-1: gl
- romanische Sprache, nah verwandt mit der Nachbarsprache Portugiesisch (Dialektkontinuum)
- 3,2 Mio. Sprecher: autonomes Gebiet Galicien in Spanien – Stellung der regionalen Amtssprache, Portugal (Norden der Provinz Trás-os-Montes)
- 90 % Galicier verstehen die Sprache, 60 % benutzen die aktiv
- EU-Vertragssprache
- Vereinheitlichung der Rechtschreibung 1982, Anpassung der spanischen, ein Teil der Öffentlichkeit verwendet die portugiesische Schreibweise
- Fernsehen, Rundfunk und Presse entweder nur in Galicisch oder zweisprachig mit Spanisch
- direkter Nachfolger des Lateinischen in Galicien
- geografische Isolation der Grafschaft Galicien vom Rest der Iberischen Halbinsel, 14.–16. Jh. Hispanisierung der Kirche, Adligen und Gerichte
- 20er Jahre des 16. Jh.–19. Jh. (Wiedergeburt) verschwindet geschriebenes Galicisch
- 1863 erster gedruckter Text, seitdem Anstieg de Buchproduktion, Höhepunkt in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts
- Franco, selber aus Galicien, verbot nach dem Bürgerkrieg 1939 die Sprachen der heutigen autonomen Gebiete im amtlichen Verkehr, als Literatursprache Galicisch weiterhin erlaubt
- 1975 an der Universität in Santiago de Compostela Lehrstuhl für Galicisch eröffnet, Gründung der Anstalt für galicische Sprache
- in der Demokratie Gleichstellung mit dem Spanischen
Das Ziel der Sprachpolitik der autonomen Regierung ist die Förderung der galicischen Nationalsprache, des Spanischen als Amtssprache und des Englischunterrichts an den Schulen. Die Anzahl der Galicischsprecher geht seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts zurück, weil viele Eltern beschlossen haben, ihre Kinder in Spanisch zu erziehen.
Die Forderungen der Demonstranten sollen im Weiteren mit einer Petition und einer nächsten Demonstration Anfang des nächsten Jahres unterstützt werden.
Quelle: EBLUL: Over 50,000 demonstrate for Galician
Ethnologue: Galician
Glanville Price et al.: Encyklopedie jazykù Evropy. Volvox Globator, 2002
Bild: Martorell unter der Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0-Lizenz
Ethnologue: Galician
Glanville Price et al.: Encyklopedie jazykù Evropy. Volvox Globator, 2002
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