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Molto soll die EU-Übersetzungskosten senken

Dienstag, 2. 2. 2010| Radim Sochorek| Dauerlink | Kategorie: Software
Radim Sochorek
Die Europäische Union fördert das Projekt unter dem Namen "Multilingual On-Line Translation" (MOLTO), an dem sich 3 Universitäten und 2 Privatfirmen aus Bulgarien, Finnland, Österreich, Spanien und Schweden beteiligen, und das bis zum Jahr 2013 laufen wird. Das Resultat ihrer Anstrengung soll die Herstellung eines Übersetzungsprogramms sein, das – im Unterschied zu den gegenwärtigen Online-Tools – von den grammatischen Regeln der entsprechenden Sprachen ausgehen und imstande sein soll, in der Echtzeit auch in mehrere Sprachen gleichzeitig zu übersetzen, und zwar in einer Qualität, damit die Übersetzung sofort benutzt werden kann. Die Software soll sowohl europäischen Institutionen als auch Bürgern zur Verfügung stehen.

Das Projekt umfasst die Unterstützung von 15 Sprachen (Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Katalanisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch), und ist auf der Programmiersprache Grammatical Framework (GF) basiert, welche die gemeinsame abstrakte Grammatik der Sprachen beschreibt, und die Regeln ihrer Anwendung auf konkrete Sprachen, und zwar für bestimmte abgegrenzte Bereiche. Dadurch unterscheidet es sich von statistischen Systemen wie z. B. Google Translate.

Das Werkzeug MOLTO wird sich bei der Entwicklung auf die Bereiche mathematischer Aufgaben, Biomedizinpatente und Beschreibung von Museumsobjekten konzentrieren. In Zukunft ist seine Weiterentwicklung und Erweiterung auf weitere Fachbereiche wie E-Shops, Wikipedia-Artikel, Verträge, Geschäftskorrespondenz, Handbücher, Softwarelokalisierung erwartet.

Die Projektentwickler selber erkennen an, dass das System die menschlichen Übersetzer nicht ersetzen kann. Seine Stärke ist die Anwendung der Terminologie und idiomatische Ausdrucksweise in bestimmten eng abgegrenzten Bereichen, andererseits kann es keine stilbezogenen Entscheidungen treffen, der Text kann also nicht 'eleganter' als ein menschliches Werk sein. Problematisch ist auch der Einsatz von MOLTO für andere Textsorten als für die es entwickelt wurde. Das System kann jedoch vom Feedback eines menschlichen Übersetzers lernen.

Die Angebot an Sprachen soll um die restlichen EU- und weitere Sprachen erweitert werden.

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Archiv des Informationsservices aus der Welt zwischen zwei Sprachen, der seit 2004 in deutscher und tschechischer Mutation vom professionellen Dolmetscher und Übersetzer Radim Sochorek aus Ostrava (dolmetscher-ostrava.eu) für seine Kunden herausgegeben wurde.

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